Aktuelles vom Ernährungsrat Düsseldorf e.V.

Mi, 28.07.21 18:00 – 19:00

Treffen für neue Aktive und Interessierte

Eine Stunde für Fragen und Informationen rund um das Engagement und die Themen des Ernährungsrats Düsseldorf. Wir schicken dir gerne den Ort / Zugang zu unserem Treffen. Dazu bitte eine kurze Mail an ernaehrungsrat-dd@posteo.de.

Mi, 28.07.21 19:00 Uhr

Monatstreffen des Ernährungsrats

Ort ist noch nicht klar, wird per Mail bekannt gegeben.

Düsseldorf, im Juli 2021

Der Ernährungsrat Düsseldorf wächst. Wir haben uns eine Struktur mit Arbeitskreisen gegeben, um besser an den verschiedenen Themen arbeiten zu können.

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Gründung des Ernährungsrat Düsseldorf e.V.

Der Ernährungsrat Düsseldorf gründet sich in Kürze als gemeinnütziger Verein. Eine leckere Feier werden wir hoffentlich bald nachholen können! Werde Mitglied im Ernährungsrat Düsseldorf e.V. und gib damit unseren Zielen mehr Gewicht! Wenn Du gerne mehr wissen möchtest über uns, schicken wir dir gerne den Zugang zu unserem nächsten online-Treffen. Dazu bitte eine kurze Mail an ernaehrungsrat-dd@posteo.de

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Leider mussten alle Termine abgesagt werden! Neue Planung: So, 02.05 2021 von 14:00 – 17:00 Uhr (Sa, 27.03.2021 MUSSTE VERSCHOBEN WERDEN!)

Samen- und Pflanzentauschbörse des Saatgutfestivals Düsseldorf .

Anstatt des großen Saatgut-Festivals sind dieses Jahr Pandemie-bedingt kleine Samen- und Pflänzchen-Tauschbörsen im Freien an verschiedenen Orten geplant. Der Ernährungsrat Düsseldorf ist bei der Solawi Düsseldorf Gast und Mitveranstalter. Ort ist die neue Fläche der Solawi im Südpark. Bringt mit, was ihr an Saatgut / Jungpflänzchen übrig habt zum Tauschen! Weitere Infos folgen.

Mi, 24.02.2021 18:00 – 19:00

Online-Treffen für neue Aktive und Interessierte

Wenn Du gerne mehr wissen möchtest über uns, schicken wir dir gerne den Zugang zu unserem nächsten online-Treffen. Dazu bitte eine kurze Mail an ernaehrungsrat-dd@posteo.de

Mi, 03.02.2021 19:00

„Kaufst Du noch, oder erntest Du schon?“

Projekte und Initiativen rund ums Selber-Gärtnern

Veranstaltungsort: Online

Der Ernährungsrat Düsseldorf gibt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, seinem Gemüse beim Wachsen zuzusehen, auch wenn man keinen eigenen Garten hat. Von Kleingarten bis Solidarische Landwirtschaft ist hoffentlich für jeden was dabei. Bald geht die Saison los!

Hier ist der Link für die online Veranstaltung über Windows Teams (eine Anmeldung oder Registrierung ist nicht erforderlich): https://tinyurl.com/gaertern21

Eine online-Veranstaltung in Kooperation mit der Stadtbücherei Düsseldorf

Hier die Übersicht über die vorgestellten Angebote zum Download:

Sa, 16.01.2021

Eigentlich wären wir auf der „Wir haben es satt“-Demo in Berlin!

Unsere Fußabdrücke hier auf facebook und

das „Bühnenprogramm“ und weitere Aktionen rundherum die Demo könnt euch nun hier online anschauen!

30.08.20

Demo in Koblenz zur EU-Agrarminister-Konferenz

Sa, 19.09.2020

Weißt du, wo dein Essen herkommt?

Der Ernährungsrat Düsseldorf lädt ein zu einem Rundgang Windrather Tal

Nachfolgend ein Bericht von diesem schönen Tag:

Wo kommt unser Essen her?

Der Ernährungsrat Düsseldorf besucht das Windrather Tal

Das ländliche Windrather Tal liegt ca. 35 km von Düsseldorf entfernt zwischen Neviges und Langenberg. Ein großer Teil des Tals ist ökologisch bewirtschaftet, denn hier liegen gleich sechs Biohöfe zusammen. Diese haben eine gemeinsame Vermarktungsstruktur aufgebaut, den Windrather Talhandel mit Mühle, Bäckerei und Getreidereinigung und -trocknung. Hier wird also schon gelebt, was für viele Produzent*innen und auch Konsument*innen eine Wunschvorstellung ist: eine lokale, erlebbare Landwirtschaft, die die Natur und Umwelt schont, die gewachsene Kulturlandschaft fördert, fair und transparent für Produzent*innen und Konsument*innen. Vor ein paar Jahren hat sich das Tal außerdem mit allen dort wirtschaftenden Bauern und Bäuerinnen, also auch den konventionell arbeitenden, zur offiziell Gentechnik-freien Zone erklärt.

Zwölf Personen vom Ernährungsrat Düsseldorf haben sich im Spätsommer 2020 auf dem Hof Fahrenscheidt mit Stefan Rahm verabredet. Er managt mit seiner Frau Isa von diesem Hof aus den Talhandel. Morgens sehr früh kommen die Bäuerinnen und Bauern der sechs Höfe mit ihrem frisch geernteten Gemüse, Milch, selbst hergestelltem Käse und Fleisch und laden sie in einer Art offener Scheune ab. Dazu kommt das frisch gebackene Brot aus der Höfe-Bäckerei nebenan. Nun können die Lieferautos bepackt werden, die in alle Himmelsrichtungen Bioläden, Unverpackt-Läden, aber auch das Hotel Land Gut Höhne, die Windrather Talschule und Kindergärten beliefern.

Was wird grade im Überfluss geerntet, braucht also viele Abnehmer*innen? Was hat unter der Trockenheit gelitten und fällt vielleicht sogar ganz aus? Was muss teurer werden wegen größerem Aufwand als gedacht? Wie gehen wir mit den Radieschen um, deren Blätter Fraßlöcher haben, die aber sonst ohne Tadel sind? Es wird zusammen nach Lösungen gesucht, der Talhandel ist das Verbindungsglied zwischen den sechs Höfen und den Kunden. Keine leichte Aufgabe. Der Umgang mit lebendigen Lebensmitteln ist eine komplexe Sache, wie uns Stefan sehr plastisch erklären kann.

Er erzählt uns auch, wie der übliche Großhandel mit Bäuerinnen und Bauern und ihrer Ernte umgeht. Sie fahren weite Strecken mit einem großen Anhänger zum Beispiel voller Kohlköpfe und wenn bei Ankunft drei Raupen auf den Kohlköpfen zu sehen sind, wird die Ladung nicht angenommen. Dann kann die Bäuerin hunderte Kohlköpfe in den Graben abladen, denn es gibt keine Alternativen. So landet alles, was nicht 100% perfekt aussieht, auf dem Müll und die Bauern machen Verluste. Der Druck der Supermärkte / Konzerne ist unerbittlich und sie bestimmen im globalisierten „Agrobusiness“ alleine, was und zu welchem Preis verkauft wird. Dieses Jahr gibt es überall Probleme mit Drahtwürmern, die Löcher durch die Kartoffeln gefressen haben, aber die Kartoffeln nicht faulen lassen. Der Talhandel sucht grade nach Abnahmemöglichkeiten, um nichts wegschmeißen zu müssen.

An den Anzuchthäusern des Schepertzhof

Im Windrather Tal ist die Trockenheit seit drei Jahren ein großes Problem. Die Brunnen der Höfe sind leer. Das ganze Tal hat nur einen Anschluss an das städtisches Wassernetz und nun stehen die Trecker dort Schlange, um die Tankanhänger zu füllen. Auch den Wäldern ringsum sieht man Mitte September die Dürre an, es gibt viele braune Baumkronen. Die einzelnen Fichten dazwischen sind kahl und grau. Stefan berichtet, dass wohl Kühe geschlachtet werden müssen, weil nicht genug Heu eingefahren werden konnte für den Winter– es ist nichts gewachsen. Wir schauen auf die braunen Hügel, auf die Stefan zeigt. Die Höfe bauen das Futter für das Vieh selber an und sind daher auf saftige Wiesen angewiesen. Als Dünger für die Felder dient wiederum der eigene Mist. Kälber werden selber aufgezogen. Es gibt auch eine eigene Schlachtung im Tal.

Wir spazieren vom Hof Fahrenscheidt zum Örkhof, wo einige von uns dem duftenden Brot und anderen Köstlichkeiten im Hofladen nicht widerstehen können. Wir besichtigen die Anzucht-Gewächshäuser des Örkhofs, Felder mit bunten Streifen aus Tomatenpflanzen, Fenchel, Kohl, Kürbis und dazwischen immer wieder Blumenstreifen. Wir lassen uns etwas über die selbst hergestellten Präparate des Demeter-Anbaus erklären und über die Kompostwirtschaft.

Schließlich gehen wir über einen steilen Hügel an Kuhwiesen, einer malerischen Bank und einer Kapelle vorbei durch einen Wald Richtung Hof zur Hellen. Dort ist mächtig was los am Samstag-Mittag. Um den Hof herum wird an Gartentischen gegessen, Kinder klettern auf einem alten Traktor herum und nachdem wir uns mit sehr leckerem Kuchen gestärkt haben, schauen wir uns zum Schluss den Gemüseanbau dieses Hofes an.

Alle Höfe haben ihre individuellen Vermarktungsmethoden mit Café, Hofladen, Solawi oder Gemüsekisten und produzieren zusätzlich für den Talhandel. Der Talhandel bezieht außerdem Produkte von weiteren Biohöfen aus der Umgebung. Die Einnahmen des Talhandels werden zu einem festen Prozentsatz für Anschaffungen verwendet, die die Auslieferung betreffen. Die Höfegemeinschaft des Windrather Tals finanziert aber auch sonst gemeinsam genutzte Maschinen und vieles mehr. Zum Beispiel konnte ein Haus im Tal als Alterswohnsitz für die Altbauern und -bäuerinnen gemeinsam erworben werden.

Als wir uns von Stefan verabschieden, sind wir alle sehr beeindruckt von dem, was in diesem Tal gelebt wird. Es macht hoffnungsvoll und fühlt sich sehr menschlich und gesund an. Fast möchte man hier einziehen und mithelfen. Mehr Informationen zu den Höfen

Text Anne Mommertz